Wilhelm Hauff wurde am 29. November 1802 in Stuttgart geboren. Wilhelm war schon mit jungen Hahren ein besessener Leser, der wahllos alles verschlang, was ihm in die Hände fiel: Räuber-, Ritter- und Historienromane, aber auch Goethe, Schiller, Jean Paul, Wieland und Lessing.
Wegen der begrenzten finanziellen Mittel der Mutter war seinem Bruder Hermann, der als zuverlässiger galt, das Studium an der Universität vorbehalten. Für Wilhelm Hauff blieb nur die ,schwäbische Regel': die theologische Laufbahn, für die der Staat bezahlte. Nach der Lateinschule in Tübingen kam Hauff im September 1817 auf die Klosterschule in Blaubeuren, im Oktober 1820 trat er ins evangelische Stift in Tübingen ein, wo er das Studium der Theologie und Philosophie aufnahm.
Hauff, der sich 1825 einer zweiten theologischen Dienstprüfung unterzog und sogar promoviert wurde, zeigte er keinerlei Ambitionen auf ein Pfarramt. Als Alternative dazu nahm er eine Hofmeisterstelle beim Kriegsratspräsidenten von Hügel an. Die Erziehung der beiden Söhne des Ministers ließ Hauff genügend Zeit für seine schriftstellerischen Projekte. Nach den Gedichten und Liedern seiner Studentenzeit drängte er nun mit Macht ins literarische Geschäft.
Durch einen literarischen Skandal wurde Hauff mit einem Mal bekannt. Unter dem Namen H. Clauren, einem preußischen Modeautor, der für seine seichten Liebesromane, die reißenden Absatz fanden, Rekordhonorare verlangen konnte, veröffentlichte Hauff seinen dritten Roman. Das Publikum feierte die Persiflage als neues Meisterwerk des Beststeller-Schreibers, was sich dieser nicht gefallen lassen konnte. Es kam zur Anklage gegen Hauffs Verlag, der »wegen rechtswidriger Täuschung des Publicums durch Angabe eines falschen Verfassers« zu 50 Talern Geldbuße verurteilt wurde. Das Buch verkaufte sich nicht zuletzt wegen der publizistischen Querelen glänzend, Hauff selbst wurde während des Prozesses als wahrer Autor aufgedeckt.
Im April 1926 schied er aus der Hofmeisterstelle bei der Familie von Hügel aus und begab sich auf die »große Tour«, eine Bildungsreise durch Frankreich, Flandern sowie Nord- und Mitteldeutschland.
Mit dem 1. Januar 1827 übernahm er als Redakteur das Morgenblatt für gebildete Stände des Stuttgarter Verlegers Cotta. Das gesicherte Einkommen, über das er nun verfügte, erlaubte die Heirat mit seiner Cousine Luise Hauff, die er bereits während seiner Tübinger Zeit kennengelernt hatte und mit der er seit Ostern 1824 verlobt war.
Im August 1827 unternahm er eine Reise nach Tirol, um Material für einen geplanten Roman über Andreas Hofer zu sammeln. Kränkelnd kam er von der Gewalttour zurück, er fühlte sich »mißmuthig, abgeschlagen« und hatte »Eckel vor allem«. Anfang November besserte sich sein Gesundheitszustand etwas, aber bald folgte ein schwerer Rückfall. Der Hofarzt Dr. Zeller diagnostizierte »Schleimfieber« und »Nervenfieber«.
Die Geburt seiner Tochter Wilhelmine am 10. November erlebte er noch. Am 18. November 1827 starb Wilhelm Hauff im Alter von 25 Jahren.
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