Nach der Ausbildung zur Sprachgestalterin und Schauspielerin an der Schule für Sprachgestaltung und Dramatische Darstellungskunst in Dornach/Schweiz sammelte ich erste Bühnenerfahrungen an der Goetheanum-Bühne in Dornach. Das Interesse an der Schauspielmethodik nach Michael Tschechow führte mich nach Berlin, wo ich am theaterforum kreuzberg als Regieassistentin arbeitete. Es folgte eine Dozententätigkeit für schauspielerische Grundlagen, sowie Regieassistenzen ausserhalb Berlins und die Inszenierung von Klassenspielen mit Schülerinnen und Schülern der 8. und 12. Klassen.
Eine erste eigene Inszenierung eines Weihnachtsmärchens für Kinder am theaterforum kreuzberg gab 1994 den Ausschlag zur Gründung eines eigenen Theaters, welches hauptsächlich für Kinder spielt und sich in seiner Arbeit an der Entwicklung von Kindern orientiert.
1999 machte sich unsere erste Tochter auf den Weg. Da ich in "Kikerikiste" von Paul Maar den dicken Bartholomäus spielte, konnte ich noch sehr lange auf der Bühne sein. Etwas schwieriger wurde es bei der "Solveig" aus "Peer Gynt"...
Inzwischen haben wir drei Kinder und meine Theaterarbeit hat sich vor die Bühne verlagert, indem ich meinem Mann bei den Inszenierungen helfe, Ideen entwickle und einen Teil der Organisation übernehme.
In der Arbeit als Schauspielerin habe ich immer daran gearbeitet, die "vierte Wand" zum Publikum hin innerlich zu öffnen, das heißt, die Zuschauer in mein Denken, Fühlen und Handeln mit einzubeziehen. Das ist nur möglich mit einer großen inneren Geste der Sympathie dem Publikum gegenüber.
Diesen Grundgestus versuchen wir allen unseren Veranstaltungen innewohnen zu lassen. Die Kinder sollen sich angenommen fühlen und dadurch die Möglichkeit erhalten, sich wirklich zu begeistern.
Eine Ausbildung zum Verlagsbuchhändler, ein fast abgeschlossenes Studium der Volkswirtschaft, ein Eurythmiestudium und einige Jahre als Waldorflehrer waren das nötige Rüstzeug, um endlich 1994 das
theater morgenstern zu gründen.
Als ich 1983 von Paderborn nach Berlin kam, zog mich das vielfälitge Kulturleben in seinen Bann. Es gab viel zu entdecken, sei es im Theater, Konzert oder Museum. Und ich entdeckte die Lyrik, die mich jahrelang begleitete, ob klassisch oder modern. Mich begeisterte ihre rhythmische und bildhafte Sprache, welche es möglich machte, neue Räume zu erfahren - ein eher stilles Vergnügen. Ganz im Gegensatz zum Theater. Da konnte ich Schauspieler erleben, die durch ihr Spiel die Zuschauer durch emotionale Wechselbäder schickten. Ich konnte Sympathie und Antipathie, Freud und Leid erleben, ich konnte lachen und weinen und ging - nach einer guten Vorstellung - erfrischt und belebt aus dem Theater.
So beschäftigt mich, seitdem ich im eigenen Theater arbeite, ununterbrochen die Frage, was die Schauspieler durch ihr Spiel in unserem jungen Publikum bewirken, was im Inneren der Zuschauer vorgeht und was davon nach der Vorstellung übrig bleibt. Und mich beschäftigt, wie Sprache wirkt und wie ich diese Wirkung im Theater erlebbar machen kann.
Die Theaterstücke selbst auszuwählen, sie als Regisseur gestalten zu können, mit gleichgesinnten Menschen am Gelingen einer Produktion zu arbeiten, Lichkonzept, Kostüme, Bühnenbild mitzugestalten und dann bei den Veranstaltungen den unmittelbaren Kontakt zum unserem Publikum pflegen zu können, das sind die Freuden eines eigenen Theaters. Und bei so viel Gestaltungslust ergab sich die Suche nach interessanten Spielorten fast von selbst. Die Theaterausflüge entstanden und wir fanden so spannende Spielorte wie das
KLOSTER CHORIN und die LOKHALLE IM NATUR-PARK SCHÖNEBERGER SÜDGELÄNDE
Seit 1999 bin ich mit
PASCALE SENN KOCH verheiratet und wir haben inzwischen 3 Kinder (Louisa, Theresa und Johanna).